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Werden Adblocker zu Politikum?

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Episode 47, veröffentlicht am 2018-04-23
Mit großen juristischem Aufwand klagte der Axel Springer Verlag gegen den Adblocker Adblock Plus von Eyeo. Inzwischen lag die Sache schon beim beim Bundesgerichtshof als Entscheidung vor. Frühere Instanzen haben sich 
 
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-izr15416-werbeblocker-adblock-plus-nicht-unlauter-whitelisting-wettbewerb/ 
 
In dieser Episode reden wir dezidierter über das Phänomen Adblocker, den sich viele User installieren. 
 
Ein wenig erinnert das Vorgehen des Axel Springer Verlags in diesem Fall an die Promotion des Leistungsschutzrechts. Auch kleinste Teile von Onlineverlagserzeugnissen sollten nicht mehr in Suchmaschinen auftauchen ohne dass die Suchmaschine dafür bezahlt. Der Gesetzgeber drückte das Gesetz durch, was der Öffentlichkeit wie ein Sieg gegen die Übermacht Google erschien (Google News). Ausnahmen gibt es, indem zwischen Google und Verlagen jeweils eine Vereinbarung geschlossen wird. 
 
Damit ist jede Konkurrenz ferngehalten:Google gelang es aufgrund seiner Marktmacht, einige Verlage dazu zu bewegen, kostenlose Nutzungslizenzen für Google News zu vereinbaren. Kleinere Newssuchmaschinen und neue Aggregatoren können dies nicht durchsetzen. Es gibt auch kaum noch welche. 
 
Der Springer Verlag will weiter vor Gericht ziehen und hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt. 
 
Andererseits geraten Adblocker selbst schnell in eine Glaubwürdigkeitskrise. Deren Interesse ist es, Werbekunden, die online Werbung auf Websites schalten wollen, dazu zu bewegen, sich auf ihre "Whitelist" setzen zu lassen. Diese Anzeigen werden, weil sie angeblich fair und akzeptabel sind, zugelassen und angezeigt. 
 
Das können sich große Werbenetzwerke leisten (Google, Facebook), kleinere Websites jedoch nicht. 
 

Weitere Shownotes 

"Smarte" Autokennzeichen für Dubai

In Dubai testet man elektronische Kfz-Kennzeichnen, was besseres Verkehrsmanagement verspricht. 

 

Pressemeldung: Neuer beruflicher Ausbildungsgang in Bayern: Einzelhandelskaufmann E-Commerce 

In Bayern kann man in drei Jahren Online-Einzelhandelskaufmann werden: