Menschen, Medien, Technologie

Die Affaire um Facebook und Cambridge Analytica nimmt kein Ende

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Episode 45, veröffentlicht am 2018-04-09

Jede Woche wird die Zahl derer größer, die direkt oder indirekt von der Affaire um personenbezogene Nutzerdaten aus Facebook betroffen sind. 

Das Datenanalyseunternehmen Cambridge Analytica steht zusammen mit Facebook nach wie vor stark in der Kritik. Man wirft beiden Unternehmen vor, Daten von Usern missbraucht zu haben. 
 
Ursprünglich waren nur Teilnehmer einer externen, via Facebook eingebundenen App betroffen, die den Usern ein Psychogramm nach dem BIG5 (OCEAN)-Modell versprach. Doch das Unternehmen hat die personenbezogenen Daten nach dem Durchlaufen und Auswerten nicht weggeworfen, sondern aufbewahrt und sie für weitere Analysen verwendet. 
 
So konnte die Vernetzung des Teilnehmers in Facebook analysiert werden. Ausgehend von der Hypothese, dass befeundete User Gemeinsamkeiten in bestimmten Ansichten aufweisen dürften, hat Cambridge Analytica diese Daten auf Freunde und Freunde der Freund ausgeweitet, so dass sehr viele User direkt oder indirekt betroffen waren. 
 
Welche Methoden die Werbetreibenden, denen diese Informationen angeboten worden sind, tatsächlich anwendeten, ist zur Stunde unbekannt. Es wird sich wohl um das zielgerichtete Ausspielen teilindividualisierter Werbung gehandelt haben. 
 
Ganz vergleichbare Methoden bietet auch eine Tochterfirma der Deutschen Post an. Bild berichtet u.a. von einem Angebot names Concentric Cookie, nach dem Onlieaktivitäten eines Users mit Offline-Marketingmassnahmen aufgrund vorhandener Informationen über viele Haushalte zusammengebracht werden können. 
 
Dieses Vorgehen steht ebenfalls in der Kritik wie auch andere Praktiken zum Thema Datenschutz bei der Post: 
 
 
Auch andere Unternehmen, große und kleine nutzen gerne userbezogene, vom User selbst bereit gestellte Daten: 
 
 
Apple hat Facebook für den Datenskandal ausgelacht. Könnte bei uns nie passieren, so Tim Cook hochmütig. Nicht in dieser Form, schließlich betreibt Apple kein Werbenetzwerk, sammelt aber auch gerne Daten. Aktuell stürzt sich Apple aber offenbar auf das Thema Schulen und empfiehlt iPads für alle Schülerinnen und Schüler. Zumindest an der deutschen Bildungsrealität mit den kaputtgesparten Schulen geht das vorbei.